Fakt ist...

Immer mehr Apotheken schließen sich in regionalen Kooperationen zusammen. Grundlage dieser Gesinnung ist meist der Wunsch, die Selbständigkeit in der inhabergeführten Apotheke erhalten zu wollen und das Gefühl, dass man sich nicht mehr nur auf Kammern und Verbände verlassen kann. Berücksichtigt man jedoch die derzeitige Entwicklung im Bereich der Apothekenkooperationen und unterstellt, dass keine der bisher am Markt befindlichen Kooperationen im nächsten Jahr eine Flächendeckung erreichen werden, macht es durchaus Sinn, sich untereinander zu vernetzen.
Natürlich bleibt auch der Wettbewerb der Kooperationen, der Mitglieder untereinander bestehen. Man könnte aber der Politik gegenüber die Anzahl der vertretenen Apotheken signifikant erhöhen.


Unabhängig von den Entscheidungen des EuGH wird der Druck auf die Bundesregierung, den Apothekenbereich weiter zu liberalisieren, deutlich zunehmen. Um von kettenbildenden Kapitalgesellschaften nicht überrollt zu werden (vertikale Strategie),  um den Patienten eine Vielfalt des Apothekenangebotes weiterhin anbieten zu können, bedarf es einer zielgenauen Strategie für die selbständig bleiben wollende Apotheke (horizontale Strategie), in welcher sich die gemeinsamen Interessen bzw. die Interessen der angeschlossenen Apotheken möglichst punktgenau widerspiegeln. Betroffenen sind hiervon natürlich auch weitere Marktteilnehmer mit Schwerpunkt im Apothekenmarkt z.B. OTC-Hersteller, Freiwahlhersteller, Banken, Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwälte, Firmen mit Apothekenbedarf, Verlage, Warenwirtschaftsanbieter, etc. Viele der genannten Marktteilnehmer versuchen bereits eigene, aber solitäre Konzepte zu verwirklichen. Eine zielorientierte Vernetzung fehlt jedoch bisher. Großen Verbänden fällt es offensichtlich zunehmend schwerer, die Interessen ihrer Mitglieder zu bündeln (siehe DAV / ABDA). Stattdessen entstehen viele kleinere Gruppen, die spezielle Anliegen vertreten (Bundesverband der Deutschen Krankenhausapotheker, Bundesverband der Deutschen Versandapotheken etc.).

Biobauern etwa treten laut DGVM lieber einem der Ökoverbände wie Demeter bei, als dem Bauernverband, der alle Landwirte unter seinem Dach vereinen möchte. Denn mit ihren Anbaumethoden und strengeren Vorschriften für die Stallhaltung fühlen sie sich von diesen Organisationen schlicht und einfach besser vertreten. Die verbleibenden Verbände werden dadurch natürlich geschwächt. Auf Seiten der potentiellen Kettenanbieter gibt es einen eindeutigen Trend. Große Unternehmen wie Daimler-Chrysler, Deutsche Bahn und Siemens schicken lieber eigene Leute nach Berlin anstatt sich von einem Verband vertreten zu lassen. Trotz aller Vorurteile gegenüber Lobbyarbeit braucht eine Demokratie Verbände, die die Interessen ihrer Mitglieder abfragt und gemeinsam vorträgt. Das spart Zeit und ist einfacher, als wenn die Politiker aus dem Gesundheitsministerium selbst bei den Apothekern anrufen. Uns eint dabei mit Kammern und Verbänden ein gemeinsames Ziel, nämlich die inhabergeführte Apotheke zu erhalten und zu stärken. Nur in den Wegen unterscheiden sich viele Kooperationen von den Wegen der Kammern und Verbände. Da es sich lohnt, für die inhabergeführte Apotheke einzutreten haben wir uns entschlossen, den „Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen e.V.“ ins Leben zu rufen.